{"id":199,"date":"2022-05-23T17:26:43","date_gmt":"2022-05-23T17:26:43","guid":{"rendered":"https:\/\/kritischer-kalender.de\/?p=199"},"modified":"2022-05-23T17:26:58","modified_gmt":"2022-05-23T17:26:58","slug":"turchen10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kritischer-kalender.de\/en\/kritischer-adventskalender\/turchen10\/","title":{"rendered":"10. T\u00fcrchen &#8211; Erfahrungsbericht zu sexualisierter Gewalt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/kritischer-adventskalender.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Bericht-Adventskalender-EN.pdf\">[English version]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Inhaltswarnung!<br>In diesem Bericht werden explizite Erfahrungen sexueller Gewalt und Vergewaltigung thematisiert. Bitte lies dir den Text nicht durch, wenn die Gefahr besteht, dass dich diese Inhalte triggern oder zu stark belasten. Falls du dir die folgenden S\u00e4tze doch durchlesen m\u00f6chtest, sorg doch bitte daf\u00fcr, dass du danach jemanden zum Reden hast. &lt;3<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Vergewaltigung.<\/p>\n\n\n\n<p>An was denkst du bei diesem Wort? Vermutlich an einen Mann als T\u00e4ter. Vermutlich auch an einen fremden Mann, der einer Frau nachts, im Dunkeln, auf dem Nachhauseweg auflauert. Sie ins Geb\u00fcsch zerrt, gegen ihren Willen Sex mit ihr hat. Sie vielleicht auch vorher unter Drogen setzt. Vermutlich l\u00f6st das Wort Entsetzen bei dir aus, Abwehr, Unglauben. So etwas passiert nicht in deinem Umfeld. \u201eDas sind andere M\u00e4nner, die so etwas machen, aber doch nicht die, mit denen ich mich umgebe\u201c. \u201eDie kenne ich doch, die w\u00fcrden so etwas nicht machen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder vielleicht doch?<\/p>\n\n\n\n<p>Wusstest du, dass der Gro\u00dfteil der sexuellen Gewalt in der Partnerschaft, in der Ehe, im engsten Umfeld passiert? Wer von euch hat bei der ersten Frage an eine Partnerschaft gedacht? An den Mann, dessen \u201eRecht\u201c es ist, mit seiner Partnerin zu schlafen. Weil es ja schlie\u00dflich zur Beziehung dazu geh\u00f6rt. Du denkst, so etwas kann doch keine Vergewaltigung sein? Tats\u00e4chlich ist mir genau das passiert. Ich war Opfer von sexueller Gewalt, und der T\u00e4ter war niemand anderes als mein damaliger Freund. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich war 4 Jahre lang in einer Partnerschaft, die auf eine so subtile, unterschwellige Art so gewaltvoll war, dass ich lange gar nicht verstanden habe, was mir eigentlich passiert. Ich habe mir konsequent selbst die Schuld gegeben an dem, was da abl\u00e4uft, denn so war mein Bild von Beziehungen zu M\u00e4nnern gepr\u00e4gt. Er verzerrte meine Wahrnehmung von Sex und Lust so sehr, dass ich dachte, ich w\u00e4re einfach \u201eanders\u201c. Dass ich keinen Sex wollte, war falsch, war etwas, wof\u00fcr ich mich gesch\u00e4mt habe. Schlie\u00dflich war es doch, laut ihm, eigentlich meine Pflicht. Und bei all seinen Freunden war es auch ganz normal, dass man mindestens 1 mal am Tag, wenn nicht sogar zweimal, miteinander schl\u00e4ft. Also war es ja total berechtigt, dass er solche Erwartungen an mich hat. \u201eDu bist meine Freundin, du solltest Sex mit mir haben wollen. Liebst du mich etwa gar nicht? Findest du mich nicht attraktiv?\u201c Wenn ich nicht wollte, stellte er unsere Beziehung in Frage, warf er mir vor, dass ich nichts in die Beziehung investieren w\u00fcrde. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck baute er meinen Selbstwert ab, indem er mir vorhielt, was ich alles falsch machte, dass all das, worauf ich stolz war, was mich ausmachte, eigentlich doch \u00fcberhaupt nichts Besonderes ist. Aber immer auf eine Art und Weise, die die Schuld f\u00fcr das alles wieder auf mich zur\u00fcckwarf. Gleichzeitig stellte er sich immer wieder auf die Stufe, auf die er seiner Meinung nach geh\u00f6rte, erz\u00e4hlte mir von den vielen Frauen, die ihn so toll finden, sagte mir, ich solle ihm h\u00e4ufiger sagen, wie gut er aussehe. Gab mir zu verstehen, welch ein Gl\u00fcck ich hatte, ihn als meinen Freund zu haben. Was er f\u00fcr mich tat war seiner Meinung nach alles andere als selbstverst\u00e4ndlich, bespielsweise holte<br>er mich immer die 10 Minuten Fu\u00dfweg am Bahnhof ab, wenn ich 1,5 Stunden Zug zu ihm gefahren bin, und er betonte dabei stets, welche Umst\u00e4nde ihm das macht. Aber das macht er nat\u00fcrlich f\u00fcr mich, weil er schlie\u00dflich so ein aufopferungsvoller Freund ist. So bekam ich f\u00fcr ganz selbstverst\u00e4ndliche Dinge ein schlechtes Gewissen, f\u00fchlte mich schlecht, wenn es mal um mich ging statt um ihn. Und f\u00fcr all das, was er in diese Beziehung reinsteckte, wollte er doch nur regelm\u00e4\u00dfigen Sex &#8211; das kann doch wohl nicht zu viel verlangt sein. Und so tat ich es am Ende eben doch, immer wieder, obwohl ich nicht wollte, mich nicht wohl f\u00fchlte. Jedes Mal dachte ich, es ist gleich vorbei, ich muss es aushalten, dann ist alles gut, dann ist er zufrieden. Jeden Abend legte ich mich mit Angst zu ihm ins Bett, denn ich wusste ja, was gleich passieren w\u00fcrde. Aber ich hatte keine Wahl. Wenn ich mich nicht \u201egef\u00fcgt\u201c habe, habe ich zus\u00e4tzlich psychische Gewalt erfahren. Liebensentzug, verbale Gewalt, Abwertungen. Schuld, Wut, Entt\u00e4uschung waren die haupts\u00e4chlichen Emotionen, die er mir entgegengebracht hat. Meine vorherrschenden Emotionen waren Scham und Ekel. Ich ekelte mich vor mir und meinem K\u00f6rper. Ich entwickelte eine Essst\u00f6rung, um all dem zu entfliehen. Aber ich war gefangen in dieser toxischen Beziehung, die f\u00fcr ihn einzig und allein dazu da war, seine sexuelle Lust zu befriedigen. Macht auszu\u00fcben. Seinen Selbstwert aufzuwerten und ein Gef\u00fchl von \u00dcberlegenheit zu bekommen. Ich empfand nie Lust. F\u00fcr mich war Sex verbunden mit Schmerzen, mit Ekel, mit Zwang. Regelm\u00e4\u00dfig sp\u00fcrte ich gar nichts mehr, war v\u00f6llig abwesend dabei. Manchmal weinte ich, w\u00e4hrend wir miteinander schliefen. Das passte ihm nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht, weshalb er mir regelm\u00e4\u00dfig erkl\u00e4rte, ich solle doch mehr mitmachen, er habe das Gef\u00fchl mich zu vergewaltigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich entwickelte Zw\u00e4nge, mich zu waschen. Ich versuchte die Kontrolle, die mir durch die sexuelle Gewalt genommen wurde, im Umgang mit dem Essen zur\u00fcckzugewinnen. Ich a\u00df immer weniger, wog jedes Gramm, das ich zu mir nahm, genau ab. Nur dadurch erlebte ich noch so etwas wie Selbstbestimmung. Diese nahm er mir \u00fcberall in meinem Leben. Er bestimmte, was ich anzuziehen habe, wie ich auszusehen habe, wie ich mich zu verhalten habe. Jedes abweichende Verhalten wurde bestraft. Und ein Nein? Das gab es nicht. Das hatte es nicht zu geben. Konkret bedeutet das, wenn ich gesagt hatte, dass ich heute Abend nicht mit ihm schlafen m\u00f6chte, dass er aufgestanden und gefahren ist. Dass er sich rumgedreht und kein Wort mehr mit mir gesprochen hat. Oder dass er mir erkl\u00e4rt hat, dass das f\u00fcr ihn zu einer Beziehung dazu geh\u00f6rt, und wenn ich es ihm nicht geben k\u00f6nne, m\u00fcsse er sich das dann wohl bei einer anderen Frau holen. Bei ihm wiederum gab es kein Falsch. Ich hatte mich nach ihm zu richten. Wenn jemand<br>Fehler machte, war ich das. Wenn ein Nein akzeptiert wurde, war das sein eigenes.<\/p>\n\n\n\n<p>Das klingt alles ziemlich hart, und vermutlich denkst du jetzt, dass das doch ein Einzelfall, ein Extremfall sein muss. Aber ich verspreche dir, das ist es nicht. Das sind Erfahrungen, die ich leider mit so vielen Frauen teile.<br>Vermutlich denkst du als heterosexueller cis-Mann jetzt auch, dass du so doch nie sein w\u00fcrdest. Dass du deiner Partnerin ja deutlich machen w\u00fcrdest, dass sie Nein sagen darf, dass sie genauso viel zu bestimmen hat. Aber frag dich doch mal, wie oft du mit ihr dar\u00fcber sprichst? Ob sie bei dir wirklich das Gef\u00fchl hat, ohne Weiteres sagen zu d\u00fcrfen, wenn ihr etwas nicht passt. Ob sie \u00e4u\u00dfern darf, was sie sich w\u00fcnscht, wie sie sich f\u00fchlt. Was du besser machen solltest.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder wie oft du auch einer fremden Frau ungewollt Blicke zugeworfen, Spr\u00fcche aufgedr\u00fcckt oder sogar K\u00f6rperteile angefasst hast, ohne ihr ausdr\u00fcckliches Einverst\u00e4ndis einzuholen. Denn auch das ist mir passiert.<br>Vorweg, bevor du dich jetzt fragst: Nein, es ist kein Zufall, und immer noch kein Einzelfall, dass eine Frau mehrfach sexuelle Gewalt erf\u00e4hrt. Sp\u00e4testens jetzt solltest du merken, dass die Frau eben nicht Schuld ist, dass sie eben nichts dagegen machen kann, dass sie zum Opfer gemacht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Gepr\u00e4gt von diesem Bild von Sexualit\u00e4t und M\u00e4nnlichkeit ging ich aus dieser furchtbaren Beziehung, um erstmal nichts mehr von M\u00e4nnern wissen zu wollen. Auch an diesem Abend wollte ich nichts von einem Mann wissen. Ich war feiern, mit ausschlie\u00dflich weiblich gelesenen Personen. Ich hatte einen tollen Abend, trank Alkohol, hatte Spa\u00df. Dann sprach mich dieser Mann an, ein Bekannter einer meiner Freundinnen (! Das zu dem Thema, dass man \u201esolche M\u00e4nner\u201c ja bestimmt selbst nicht kennt). Ich sprach mit ihm und &#8211; ja &#8211; flirtete auch mit ihm. Er gab mir einen Drink nach dem anderen aus, ich fing an mich unwohl zu f\u00fchlen. Jedoch hatte ich meine Freundinnen verloren, war alleine mit ihm und ausschlie\u00dflich M\u00e4nnern, die ich nicht kannte &#8211; Footballspieler, angemerkt. Ich \u00e4u\u00dferte, dass ich gehen wollte, und er meinte, er komme mit. Ich sagte, ich m\u00f6chte nachhause. Er sagte, er w\u00fcrde mich nach Hause bringen. Ich war betrunken und stieg mit ihm ins Taxi. Doch ich kam nicht bei mir zuhause an, sondern bei ihm. Als ich das realisierte, hatte ich einfach nur noch Angst. Ich wusste nicht, wer er ist, ich hatte Angst, etwas zu sagen. Was, wenn er aggressiv wird? Ich konnte an nichts mehr denken, au\u00dfer<br>daran, dass ich sofort verschwinden m\u00f6chte. Er sagte ab diesem Zeitpunkt nichts mehr. Er ging mit mir in seine Wohnung, ich sagte noch einmal, dass ich m\u00fcde sei und schlafen wolle, dass mir \u00fcbel ist, weil ich zu viel getrunken hatte. Er fing an mich auszuziehen, mich zu k\u00fcssen. Ich erstarrte. Ich konnte nichts mehr sagen. Ich machte mit, so viel wie n\u00f6tig war, damit nicht noch<br>schlimmeres passiert. Zu dem Zeitpunkt hatte ich Angst, was noch mehr passieren k\u00f6nne, wenn ich Nein sagen w\u00fcrde. Ich ging raus aus meinem K\u00f6rper, dissoziierte. Alles f\u00fchlte sich unwirklich an, denn das war alles viel zu viel, um zu verstehen, was gerade passiert. Alles in mir schrie, dass ich das nicht will, dass ich aus dieser Situation fliehen will, aber es ging nicht. Ich hatte Angst. Das einzige, was mir blieb, um diese Situation psychisch irgendwie zu \u00fcberleben, war sie vorbei gehen zu lassen, es zu ertragen. Als er fertig war, legte er sich in sein Bett und schlief ein. Ich lag auf der Matratze auf dem Boden, auf dem diese f\u00fcr mich nicht zu verstehende Gewalttat passiert<br>ist. Ich weinte. Und irgendwann schlief ich auch ein. Doch es war immer noch nicht vorbei. Als ich aufwachte, war er bereits wieder in mir. Ich wurde davon geweckt, dass er hinter mir war, mich penetrierte. Erst als es schon fast vorbei war, war ich \u00fcberhaupt wach und in der Lage, zu verstehen, dass sich das alles gerade wiederholte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich zuhause war, machte ich die Roll\u00e4den runter, legte mich ins Bett und versuchte zu verstehen. Doch das konnte ich nicht. Denn sowas kann man nicht verstehen. Man kann nicht verstehen, wieso ein Mensch so etwas macht. Das Schlimme ist, dass ich nach 24 Stunden zu<br>dem Ergebnis kam, dass ich Schuld sein muss. Anders machte es in meinem Kopf keinen Sinn. Heute verstehe ich, dass ich zu diesem Schluss kam, um die Hilflosigkeit und die Ohnmacht abzuwehren, die ich dabei erlebt habe. Indem ich mir selbst die Schuld gab, nahm ich mir auch ein St\u00fcck weit die Kontrolle \u00fcber die Situation wieder zur\u00fcck. Das ist nat\u00fcrlich falsch, denn ich war nicht Schuld. Zu keinem Zeitpunkt. Ja, obwohl ich mit ihm geflirtet habe. Ja, obwohl ich nie wirklich Nein gesagt habe. Obwohl ich mit ihm ins Taxi gestiegen bin. Obwohl ich mich nicht k\u00f6rperlich gewehrt habe. Ich habe nie explizit Ja gesagt.<br>Doch nur durch die eigene Schuldzuweisung konnte ich \u00fcberleben. Und so ging ich am n\u00e4chsten Tag wieder in die Uni, traf meine Freund*innen, lebte mein Leben weiter, als w\u00e4re nichts gewesen. Ich redete mit niemandem dar\u00fcber, beschloss, dass das nicht passiert ist. Dass es bedeutungsloser Sex war, den ich auch wollte.<br>Jedoch entwickelte ich Symptome. Heute bin ich in Behandlung wegen einer Posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung, Depressionen und immernoch aufgrund einer Essst\u00f6rung. Ich k\u00e4mpfe noch immer mit Alptr\u00e4umen, Dissoziationen, Flashbacks. Alles nur, weil er Sex wollte. Und das Schlimmste f\u00fcr mich: Vermutlich, wenn nicht sogar ziemlich sicher, ist ihm zu 0% bewusst, was er da gemacht hat. Was das f\u00fcr Auswirkungen auf mich hat. Und vermutlich war ich auch nicht die einzige, der er so etwas angetan hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte mit diesem Bericht kein Mitleid, kein Entsetzen ausl\u00f6sen, aber ich m\u00f6chte allen Frauen und Betroffenen da drau\u00dfen eine Stimme geben und erz\u00e4hlen, was mir widerfahren ist &#8211; was die Realit\u00e4t viel zu vieler anderer Frauen darstellt. Was n\u00e4mlich klar ist, und zwar in beiden F\u00e4llen: Die T\u00e4ter wissen nicht mal, was sie da gemacht haben. Ja, ich gebe zu, ich bin an M\u00e4nner<br>geraten, die beide sehr unreflektiert und offenbar auch bereit zu Gewalt waren und ich wei\u00df, dass ich nicht davon ausgehen kann, dass jeder Mann zu so etwas bereit ist. Aber wir m\u00fcssen verstehen, dass das jeder Frau passieren und von jedem Mann ausgehen kann, auch von jenen, bei denen du es nicht erwarten w\u00fcrdest, die du kennst und mit denen du unter Umst\u00e4nden sogar<br>befreundet bist. Meine T\u00e4ter waren beide sehr beliebt, hatten viele Freunde, Familie. Einer war F\u00f6rderschullehrer. Also bevor du das n\u00e4chste Mal einer Frau unterstellst, sie w\u00fcrde \u00fcbertreiben, weil du es dir \u201eeinfach nicht vorstellen kannst, dass so jemand so etwas tun w\u00fcrde\u201c, denk an meine Geschichte.<br>Im Gegensatz zu physischer Gewalt laufen sexuelle (und auch psychische!) Gewalt h\u00e4ufig n\u00e4mlich viel unterschwelliger ab, sodass das Umfeld und, wie auch in meinem Fall, die Opfer selbst oft gar nicht merken, wie gewaltvoll eigentlich mit ihnen umgegangen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb ist es so so wichtig, dass du als Mann dich immer wieder fragst, was dein Verhalten bei ihr ausl\u00f6st. Denn wenn sie es als gewaltvoll wahrnimmt, war es gewaltvoll. Egal ob du es so gemeint hast oder nicht. Egal ob es in deinen Augen \u201edoch gar nicht so schlimm\u201c war.<br>Deshalb lest euch Berichte wie diesen durch, reflektiert euch, h\u00f6rt zu. Und steht hinter den Betroffenen sexueller Gewalt, denn ich kann euch garantieren, dass jeder hier in diesem Channel mindestens eine Person kennt, die \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht hat. Versteht, dass das zum Leben so vieler Frauen dazu geh\u00f6rt. Versteht, welches Verhalten ihr abbauen m\u00fcsst, wie ihr weniger sexistisches Verhalten reproduzieren k\u00f6nnt, redet mit euren m\u00e4nnlichen Freunden, eurer Familie, euren Kommilitonen dar\u00fcber, macht sie auf sexistisches und gewaltvolles Verhalten aufmerksam. Und vor allem: Glaubt Betroffenen. Sobald ihr anfangt, sie und ihre Geschichten in Frage zu stellen, st\u00e4rkt ihr automatisch T\u00e4ter. Und sorgt auch daf\u00fcr, dass die Person, die sich euch gerade anvertraut, vielleicht doch zweifelt, ob nicht sie die Schuldige ist, und Angst hat, gegen ihren T\u00e4ter vorzugehen. Und am Schlimmsten: Dass sie weiterhin schweigt. Nur wenn wir dar\u00fcber sprechen, k\u00f6nnen wir etwas ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Anmerkung: Dieser Text ist von einer wei\u00dfen, heterosexuellen Frau geschrieben. Ich habe mich bewusst an heterosexuelle cis-M\u00e4nner gerichtet, da dies meine Erfahrungen widerspiegelt. Deshalb habe ich auch kaum gegendert.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei diesem T\u00fcrchen bitten wir keine Kritik per Mail zu senden, da es sich um ein Erfahrungsbericht einer Person aus dem Orga-Team dieses Channels handelt!!<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[English version] Inhaltswarnung!In diesem Bericht werden explizite Erfahrungen sexueller Gewalt und Vergewaltigung thematisiert. Bitte lies dir den Text nicht durch, wenn die Gefahr besteht, dass dich diese Inhalte triggern oder zu stark belasten. Falls du dir die folgenden S\u00e4tze doch durchlesen m\u00f6chtest, sorg doch bitte daf\u00fcr, dass du danach jemanden zum Reden hast. &lt;3 Vergewaltigung. 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